Wear It Purple Day
Am Wear It Purple Day sind alle Menschen dazu aufgerufen, lilafarbene Kleidung zu tragen. Es ist ein Tag, um ein Zeichen gegen Mobbing und Diskriminierung queerer Jugendlicher zu setzen und queeres Leben zu feiern. Vor allem ist der Tag ein Appell an die Verbündeten queerer Menschen, die sogenannten Allies: Durch das Tragen lilafarbener Kleidung zeigen sie, wie viele Unterstützer*innen überall existieren und dass sich niemand alleine fühlen muss.
Der Wear It Purple Day findet jedes Jahr am letzten Freitag im August statt. Initiiert wurde er 2010 von Katherine Hudson und Scott William als Reaktion auf die hohen Suizidraten unter queeren Jugendlichen (Wear It Purple, o. J.).
Im September 2010 kam es in den USA zu einer Reihe von Suiziden junger homosexueller Menschen, die zuvor Homofeindlichkeit erfahren hatten (McKinley, 2010). Nicht nur in der US-amerikanischen Gesellschaft, sondern auch international sorgten diese Nachrichten für Erschütterung (vgl. NPR Staff and Wires, 2010 & Welt, 2010). Es wurde deutlich, dass mehr Aufklärungs-, Bildungs- und Präventionsarbeit sowie eine stärkere Aufmerksamkeit für die Lebensrealitäten queerer Jugendlicher notwendig sind.
Eine Konsequenz aus dieser Erkenntnis war der Wear It Purple Day. Durch öffentliche Aktionen, Workshops und das Tragen lilafarbener Kleidung wird auf mangelnde Sichtbarkeit schwuler, lesbischer, bisexueller, trans*, intergeschlechtlicher, nichtbinärer und queerer Kinder und Jugendlicher aufmerksam gemacht (Wear It Purple, o.J.). Die Bewegung hat sich mittlerweile über die USA hinaus verbreitet und wird auch in Deutschland aufgegriffen (Vielfalt Leben […], 2025).
In Deutschland zeigen Studien, dass Homofeindlichkeit und Queerfeindlichkeit für viele Menschen alltäglich ist. Eine Veröffentlichung des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2026 zeigt, dass durch Queerfeindlichkeit motivierte Straftaten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 17 % gestiegen sind (Bundeskriminalamt, 2026). Von 2023 auf 2024 stieg die Anzahl dieser Straftaten sogar um 50% (Bundeskriminalamt, 2024). Weitere Untersuchungen aus den vergangenen Jahren weisen darauf hin, dass die Suizidversuchsrate unter LGBT-Jugendlichen höher ist als unter heterosexuellen Jugendlichen (Yıldız, 2019).
Der Wear It Purple Day soll auf die Diskriminierungserfahrungen queerer Jugendlicher aufmerksam machen sowie auf die Auswirkungen, die diese Diskriminierung auf ihre psychische Gesundheit haben kann. Gleichzeitig soll der Tag Unterstützungsstrukturen und Anlaufstellen für queere Menschen bekannt machen und verdeutlichen, wie groß die queere Community und ihr Netzwerk an Allies sind (Wear It Purple, o.J.).
Stand: August 2026
Quellen
- Bundeskriminalamt (2024). Bundesweite Fallzahlen 2023 Politisch motivierte Kriminalität. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- Bundeskriminalamt (2026). Bundesweite Fallzahlen 2025 Politisch motivierte Kriminalität. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- McKinley, J. (2010). Suicides Put Light on Pressures Facing Gay Teenagers. New York Times. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- NPR Staff and WIres (2010, 30. September). Student's Suicide Highlights Bullying Over Sexuality. NPR. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- Vielfalt Leben - QueerWeg Verein für Thüringen (2025): Wear it Purple Day 2025. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- Wear It Purple (o.D.). Our Story. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- Welt (2010, 02. Oktober). Selbstmord eines US-Schülers nach massivem Mobbing. Letzter Zugriff 24.08.2026.
- Yıldız. E. (2019.). Suicide in sexual minority populations: A systematic review of evidence-based studies. Letzter Zugriff 24.08.2026.
