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Binärcode beim Picknicken lernen

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Mehrere Hände mit bunten Armbändern bilden einen Kreis, eine Hand hält eine Karte mit der Aufschrift 'Grün 1 Pink 0 blau - excellent IT'. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Die MinTU Mentorin Abier Abbas berichtet von dem Mentoringtreffen mit ihren Mentees.

Treffpunkt war um 14:00 Uhr vor dem EF50. Die Wiese dort mit ihren Bäumen eignet sich ideal für ein Picknick, und auch das Wetter hat mitgespielt. Ich hatte die Decken und das benötigte Material mitgebracht und den Platz vorbereitet. Jede Teilnehmerin hatte zusätzlich etwas zu essen und zu trinken beigesteuert. Bevor es inhaltlich losging, haben wir gemeinsam alles aufgebaut. Das gemeinsame Aufbauen hat die Ankunftsphase entspannt gestaltet und war bereits ein erster kleiner Gruppenmoment.

Anschließend habe ich eine offene Gesprächsrunde begonnen: Wie geht es euch? Wie läuft die Schule gerade? Welche Klausuren habt ihr schon hinter euch und welche stehen noch an? Diese Fragen haben schnelle ein Gespräch in Gang gebracht und mir einen Eindruck davon vermittelt, was die Mädchen aktuell beschäftigt und was in ihrem Alltag gerade eine Rolle spielt.

Kennenlernen über Steckbriefe

Für die Kennenlernphase haben wir ein Steckbrief-Spiel gespielt. Jede Mentee hat ein Blatt mit ihrem Namen beschriftet, dann wurden die Blätter zufällig verteilt. Die Aufgabe bestand darin, die Informationen bei der jeweiligen Person zu erfragen: Geburtsdatum, Hobbys, Lieblingsessen, Lieblingsfarbe, Lieblingsort usw.

Nach jeder Kategorie wurden die Blätter erneut weitergegeben. So hat am Ende jede Mentee mit jeder gesprochen, anstatt dass sich nur zwei feste Paare bildeten. Zum Abschluss sollte jede auf dem Blatt, das sie zuletzt in der Hand hatte, ein Porträt der entsprechenden Person zeichnen. Bei diesem Teil wurde am meisten gelacht. Gleichzeitig war es der Moment, in dem die Kreativität der Gruppe besonders deutlich wurde. 

Person mit Brille und gestreiftem T-Shirt sitzt auf einer Decke im Freien und schreibt auf ein hellblaues Blatt Papier, umgeben von Snacks und Getränken. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Person mit dunklen Haaren von hinten beim Schreiben auf einem hellblauen Blatt Papier auf einem gemusterten Untergrund mit mehreren bunten Gegenständen im Hintergrund. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Mehrere Personen sitzen auf einer Decke im Freien, umgeben von Papieren, Snacks und Getränken. © Abier Abbas​/​TU Dortmund

Vom eigenen Code zum Binärcode

Der fachliche Kern des Tages war eine kreative Einführung in den Binärcode. Ich habe zwei Teams gebildet, die miteinander kommunizieren sollten, jedoch ausschließlich mit den Zeichen 0 und 1.

Wie viele Zeichen sie dafür verwenden wollten, war ihnen freigestellt. Alles andere war nicht erlaubt. Die Teams mussten sich also vorher auf ein eigenes Regelsystem einigen. Als eine Gruppe nicht weiterkam, habe ich einen Hinweis gegeben, zum Beispiel 00001  für ein A, und sie von dort aus weiterprobieren lassen.

Spannend war die Auswertung. Wir haben die verschiedenen Lösungen verglichen und gemeinsam überlegt: Was ist daran unpraktisch? Was lässt sich mit diesem System gar nicht ausdrücken? Wie könnte man es besser machen? Erst nachdem die Mentees diese Grenzen selbst benannt hatten, habe ich den ASCII-Code gezeigt und die Frage gestellt, welche Variante nun eigentlich die bessere ist: die eigene oder die offizielle. Dass die Mädchen die Schwächen ihres eigenen Systems zuvor selbst entdeckt hatten, machte den Vergleich für sie deutlich greifbarer als eine reine Erklärung.

Anschließend haben wir uns auf einen gemeinsamen Code geeinigt und daraus Armbänder gebastelt, jeweils mit dem Vor- und Nachnamen. Grün stand für 1, Pink für 0, und für die Leerzeichen haben wir Blau ergänzt. Auch wenn im Binärcode eigentlich kein Leerzeichen nötig ist, hat diese zusätzliche Farbe das Ergebnis lesbarer und die Struktur sichtbarer werden lassen.

Mehrere Hände mit bunten Armbändern bilden einen Kreis, eine Hand hält eine Karte mit der Aufschrift 'Grün 1 Pink 0 blau - excellent IT'. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Gruppe von Personen sitzt auf einer Decke im Freien, umgeben von Taschen und Essen, unter einem Baum. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Hand hält ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Morsecode-Zeichen und Buchstaben, im Hintergrund unscharfe Gegenstände und eine Person mit Schuhen. © Abier Abbas​/​TU Dortmund

Bewegung und Wortspiele

Nach dem längeren Sitzen und Basteln war ein Wechsel sinnvoll, daher haben wir zunächst einige Bewegungsspiele gemacht. Anschließend folgten drei Ratespiele, jeweils in neu gemischten Teams, sodass sich die Konstellationen immer wieder veränderten:

Pantomime: Ein Team bekam einen Begriff, der pantomimisch dargestellt werden musste, während die Partnerin versuchte, ihn zu erraten.

Montagsmaler: Das Prinzip war ähnlich, allerdings musste der Begriff gezeichnet statt pantomimisch dargestellt werden.

Tabu: Ein Begriff sollte erklärt werden, ohne dabei bestimmte vorgegebene Wörter zu verwenden.

Diese Reihenfolge hat gut funktioniert, weil die Aufgaben von Spiel zu Spiel sprachlicher und abstrakter wurden – vom Körper über das Bild bis hin zur verbalen Umschreibung.

Drei Personen sitzen auf einer Parkbank mit Blick auf einen sonnigen, grünen Park mit Bäumen und Sträuchern. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Mehrere Personen sitzen an einem runden Außentisch und schreiben auf verschiedenfarbige Blätter Papier. © Abier Abbas​/​TU Dortmund
Eine Person sitzt auf einer Bank im Freien und hält sich mit einer Hand das Gesicht verdeckt, eine andere Hand hält eine kleine Karte mit handschriftlichem Text in den Vordergrund. © Abier Abbas​/​TU Dortmund

Abschluss

Zum Schluss gab es eine Feedbackrunde, in der jede Mentee sagen konnte, was ihr gefallen hat und was nicht. Danach haben wir gemeinsam aufgeräumt und um 19:00 Uhr ist die Gruppe nach Hause gegangen.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag. Die Schülerinnen sind durch gemeinsames Knobeln selbst auf die Grundidee des Binärcodes gekommen. Der Tag war abwechslungsreich gestaltet und bleibt ihnen durch den gemeinsamen Austausch und das selbst gestaltete Armband, das sie mitnehmen konnten, hoffentlich länger in Erinnerung.