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Vorlesungsverzeichnis Gender und Diversität für das Wintersemester 2026/27 ist online

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  • Vorlesungsverzeichnis Gender und Diversität
© Wikimedia Commons​/​Public Domain
Im kommenden Wintersemester werden an der TU Dortmund wieder viele Veranstaltungen zu den Struktur- und Analysekategorien „Gender“ und „Diversität“ angeboten.

Für das bevorstehende Wintersemester hat das Gleichstellungsbüro ein Vorlesungsverzeichnis mit Veranstaltungen zu den Themen „Gender“ und „Diversität“ zusammengestellt. Insgesamt wurden dem Gleichstellungsbüro knapp 50 Veranstaltungen gemeldet, die sich im kommenden Semester mit „Gender“ oder „Diversität“ als Struktur- und Analysekategorien beschäftigen werden. Die Breite und Vielfalt der Themen ist groß. Die Inhalte der Veranstaltungen reichen von Geschlecht, Gender und Queer-Theorien über Migration und Rassismus bis hin zu Religion sowie Inklusion, Alter und Behinderung.

Zum Vorlesungsverzeichnis Gender und Diversität (PDF)

Auf dem Titelbild des VVZ: Radclyffe Hall

John Radclyffe Hall, auch bekannt unter dem Künstlernamen Radclyffe Hall, war eine lesbische Dichterin und Autorin des angloamerikanischen Modernismus im frühen 20. Jahrhundert.
Sie wurde 1880 unter dem Namen Marguerite Radclyffe-Hall geboren, nutzte später privat jedoch den Namen John Radclyffe Hall und beschrieb ihre Identität selbst als „invert“. Dieser Begriff wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von selbsternannten Sexualforschern entwickelt, um queere Sexualitäten zu „erklären“. Er bezeichnete eine homosexuelle Person, die sich – gemäß der damals verbreiteten binären Geschlechtervorstellungen – wie das vermeintlich gegensätzliche Geschlecht kleidete und verhielt. Heute würden wir wahrscheinlich sagen: gender-nonconforming lesbische Person. So lebte Hall von 1915 bis zu ihrem Tod im Jahr 1943 mit ihrer Partnerin Una Tourbridge als „joint head of household“ und kleidete sich stereotyp maskulin.
Heute ist Radclyffe Hall vor allem für ihren für die damalige Zeit sehr offenen Umgang mit ihrer Sexualität sowie ihren Roman The Well of Loneliness (1928) bekannt. Dessen Hauptcharakter Stephen ist ebenfalls eine „invert“, wie Hall es selbst war. Das Buch verfolgt Stephens Selbstfindung, Karriere und romantische Abenteuer vor der Kulisse des ersten Weltkriegs.
Halls positive Darstellung lesbischer Sexualität und Liebe in diesem Roman erntete sowohl Zuspruch, als auch negative Aufmerksamkeit: Der Roman wurde von Menschen, die sich selbst als „moralists“ bezeichneten, als eine Gefahr für die Öffentlichkeit angesehen und gegen Hall und das Buch wurde ein Prozess wegen Obszönität eingeleitet. Dieser führte dazu, dass bereits gedruckte Kopien des Romans vernichtet wurden und das Buch im Vereinigten Königreich für 20 Jahre nicht mehr veröffentlicht wurde.
Heute ist The Well of Loneliness bekannt als „ein Klassiker der queeren britischen Literatur und eine Erinnerung an die lange Geschichte der Marginalisierung, Unterdrückung und Zensur nicht-heteronormativer Literatur im britischen Kontext“, wie TU-Dozentin Christina Slopek-Hauff das Buch beschreibt.
Wer nun Lust bekommen hat, sich mehr mit diesem ikonischen Text der queeren modernen Literatur zu beschäftigen, sollte sich das Seminar The Well of Loneliness: Gender and Sexuality in the Modernist Novel nicht entgehen lassen. In dieser Veranstaltung wird der Roman vor dem Hintergrund der Gender Studies und Queer Theory gelesen, um verschiedene Ansätze zur Darstellung und Analyse von Stephens Erfahrungen zu untersuchen. Dabei wird sowohl der historische Kontext des Modernismus berücksichtigt, als auch heutige Perspektiven auf Geschlechterverständnisse einbezogen.
 

Zertifikat Diversität und Gender

Als Student*in der TU Dortmund haben Sie seit dem Wintersemester 25/26 die Möglichkeit, das UA Ruhr-weite Zertifikat Diversität und Gender zu erwerben. Das Zertifikat ist ein gemeinsames Angebot der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen und der TU Dortmund. Es richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen, die sich vertieft mit gesellschaftlicher Vielfalt, Geschlechterverhältnissen, Diskriminierung und sozialen Ungleichheiten
auseinandersetzen möchten. In drei Modulen (insgesamt 15 CP) vermittelt das Programm grundlegende theoretische Perspektiven, eröffnet Einblicke in aktuelle Forschungs- und Praxisfelder und unterstützt die Entwicklung
diskriminierungskritischer Handlungskompetenzen. Ein begleitendes Praktikum sowie Wahlveranstaltungen ermöglichen es, eigene Schwerpunkte zu setzen und Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.
Auf der Webseite des Gleichstellungsbüros finden Sie weitere Informationen zum Zertifikat. Dort können Sie sich auch für das Einführungsmodul (Modul 1) anmelden, welches im Wintersemester 26/27 zum
zweiten Mal angeboten wird.

Alle Veranstaltungen, die Sie in diesem Vorlesungsverzeichnis finden, können Sie sich als Student*in der TU Dortmund nachträglich für das Vertiefungsmodul (Modul 3) anrechnen lassen!