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TU Sommerfest 2026

Leaky Pipeline-Spiel des Gleichstellungsbüros beim Sommerfest

Beim Sommerfest der TU Dortmund am 09. Juli 2026 gab es am Stand des Gleichstellungsbüros die Möglichkeit, spielerisch mehr über das Phänomen der "Leaky Pipeline" zu erfahren.

Dafür haben wir ein Lochspiel konzipiert, bei dem jedes Loch, durch die der Spielstein fallen kann, eine Barriere repräsentiert, der FLINTA* Personen auf ihrer akademischen Laufbahn begegnen können. Diese einzelnen Barrieren werden hier genauer definiert.

Disclaimer: Das Gleichstellungsbüro beschäftigt sich mit der Gleichstellung aller Geschlechter. Statistiken zu Karrieren in der Wissenschaft beschränken sich aber häufig auf ein binäres Geschlechterverständnis. Deshalb ist bei diesen Definitionen leider manchmal nur von Frauen (anstatt FLINTA* Personen) die Rede. 

Definitionen der Begriffe auf dem Leaky Pipeline-Spiel

Ableismus beschreibt die Benachteiligung und Ausgrenzung von Personen aufgrund (vermuteter) Beeinträchtigungen und Behinderungen. FLINTA* Personen, die Ableismus erfahren, werden intersektional diskriminiert, das heißt, mehrere Formen der Diskriminierung überschneiden und bedingen sich. Zum Beispiel erleben Frauen mit Behinderung häufiger sexualisierte Gewalt als Frauen ohne Behinderung oder Männer mit Behinderung.

Quelle(n):

Aktion Mensch (o. J.). Was ist Ableismus?.

Bündnis Gemeinsam gegen Sexismus (2026). Glossar: Ableismus.

Ageism oder Altersdiskriminierung liegt vor, wenn Personen aufgrund ihres Alters benachteiligt werden. Die intersektionale Diskriminierung von Frauen durch Ageism und Sexismus zeigt sich in der Arbeitswelt oft auf zwei Weisen: junge Frauen werden bei Karrierechancen benachteiligt, da z. B. ein Ausfall durch Schwangerschaft befürchtet wird. Ältere Frauen haben ein deutlich höheres Risiko für Altersarmut als Männer. Generell wird bei Frauen das (sichtbare) Altern stärker stigmatisiert als bei Männern.

Quelle(n):

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Hg.) (2025). Altersdiskriminierung. Erkennen, Verstehen, Begegnen. Kurzstudie und Handlungsempfehlungen.

Bündnis Gemeinsam gegen Sexismus (2026). Glossar: Altersdiskriminierung (Ageism).

Deutsches Institut für Menschenrechte (2024). Mehrfach diskriminiert – Wie steht es um die Menschenrechte älterer Frauen? 

Das Berufungsverfahren stellt den geregelten Prozess zur Neu-/Zwischenbesetzung einer vakanten/freien Professur- oder Juniorprofessur dar. Hierbei gilt das Prinzip der „Bestenauslese“ um die vakante Stelle zu besetzen. 

Unbewusste Geschlechterbilder können dazu führen, dass Frauen und Männer trotz gleicher Leistungen unterschiedlich bewertet werden (=Gender Bias). Außerdem werden häufig Personen bevorzugt, die den Entscheidungstragenden ähnlich sind, bspw. bezüglich Geschlecht oder sozialen Hintergrund. Dadurch können bestehende Strukturen, in denen Männer stärker vertreten sind, weiter bestehen bleiben (=Homosoziale Kooptation).

Quelle(n):

Gleichstellungsbüro TU Dortmund (o. J.). Thema - Geschlechtergerechte Berufungsverfahren.

Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg (2025). Bestenauslese nach Art. 33 Abs. 2 GG – Anspruch oder Wunschdenken?.

Schade, M. (2025).  Berufung von Professor:innen: Ablauf und Dauer des Berufungsverfahrens. Academics.de.

Care-Arbeit beschreibt Tätigkeiten, bei denen sich jemand um das körperliche, geistige oder emotionale Wohl Anderer oder sich selbst kümmert. Care-Arbeitende können weniger Ressourcen für ihre eigene Bildung und/oder Erwerbstätigkeit aufwenden. 2022 haben erwerbstätige Frauen in Deutschland etwa 26 h/Woche unbezahlte Care-Arbeit geleistet, während es bei Männern etwa 18 Stunden waren.

Quelle(n):

Addati, L. et. al. (2018). Care Work And Care Jobs For The Future Of Decent Work | International Labour Organization. International Labour Organization. 

Gleichstellungsbüro TU Dortmund (2026). Up to Date: Equal Care Day. 

Pfahl, S. & Unrau, E. (Bearbeitung, 2024). Zeitaufwand für unbezahlte Arbeit (inkl. Fürsorgearbeit und Ehrenamt) 2022. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut.

„Diskriminierung ist die ungerechtfertigte Benachteiligung einer Person oder einer Gruppe von Menschen. Diese kann aufgrund unterschiedlicher Merkmale oder Zuschreibungen stattfinden. Zum Beispiel bezogen auf: Ethnische/soziale/ökonomische Zugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Sprache, Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung und/oder Erkrankung, Körper/Aussehen, Alter, Familiensituation u. a.. Diskriminierungen können dabei direkt oder indirekt stattfinden. Eine direkte Diskriminierung liegt vor, wenn das Merkmal der Diskriminierung sofort erkennbar ist. Bei indirekten Diskriminierungen ist eine Benachteiligung nicht direkt erkennbar.“ (SchuDS)

Quelle(n):

SchuDS - Zentrale Beratungsstelle zum Schutz vor Diskriminierung und vor sexualisierter Gewalt (o. J.) Diskriminierung. Stabstelle Chancengleichheit, Familie und Vielfalt TU Dortmund.

Der Prozess der doppelten Sozialisation wirkt sich auf Frauen aus, die gleichzeitig in zwei gesellschaftlichen Bereichen tätig sein sollen: in der Erwerbsarbeit und in der Familien- bzw. Sorgearbeit. Frauen werden dabei sozial und gesellschaftlich sozialisiert, sowohl berufstätig zu sein als auch Verantwortung für Haushalt, Kindererziehung und familiäre Fürsorge zu übernehmen. Obwohl Frauen zunehmend voll erwerbstätig sind, sehen sie sich mit der Erwartung konfrontiert, dass sie weiterhin den größten Teil der Care-Arbeit leisten. Dadurch entsteht eine Doppel- und häufig Überbelastung.

Quelle(n):

Allmendinger, J. (1994): Lebensverlauf und Sozialpolitik: die Ungleichheit von Mann und Frau und ihr öffentlicher Ertrag, Lebensverläufe und gesellschaftlicher Wandel

Fehlende Role Models an Hochschulen können dazu führen, dass sich Studierende bestimmte Studien- und Karrierewege weniger zutrauen. Beispielsweise orientieren sich Frauen seltener hin zu Bereichen, in denen sie nur wenige weibliche Vorbilder in Lehre, Forschung oder Führungspositionen sehen. Sichtbare Vorbilder können dagegen bestehende Geschlechterstereotype aufbrechen und die Vielfalt von Bildungs- und Berufsentscheidungen fördern.

Quelle(n):
Miller, D. & Linn, M. (2014). Women’s Representation in Science Predicts National Gender-Science Stereotypes: Evidence From 66 Nations. Journal of Educational Psychology. 

Die wissenschaftliche Arbeit von Frauen wird seltener publiziert als die von Männern. Das liegt an verschiedenen strukturellen Benachteiligungen, die Frauen in der Wissenschaft erfahren, wie z. B. ungleicher Zugang zu Netzwerken. Außerdem werden Frauen teils aufgrund von Sexismus bei Auswahlverfahren und Peer-Review-Prozessen benachteiligt und ihre Entwürfe strenger bewertet.

Quelle(n):

metaIFiF - Metavorhaben Innovative Frauen im Fokus (o. J.) Bedeutung und Ursachen des Gender Publication Gaps.

Der Halo-Effect beschreibt den Umstand, dass wir häufig von einer Eigenschaft einer Person auf weitere Eigenschaften schließen. So werden z. B. Brillentragende als intelligenter wahrgenommen und gerade bei Frauen wird Attraktivität mit Zuverlässigkeit und Kompetenz assoziiert. Umgekehrt werden nicht konventionell attraktiven Frauen häufig schneller negative Eigenschaften wie Unfreundlichkeit zugeschrieben. Das nennt man den Horn- oder Devil-Effect.

Quelle(n):

Socialnet. (o.J.) Lexikon – Halo-Effect. 

Deiss, M. (o.J.) Vorsicht Halo-Effekt: Wie unsere Meinungsbildung unbewusst gesteuert wird. Hochschule Luzern.

Imposter Syndrom beschreibt einen emotionalen Zustand, bei dem die eigenen Qualifikationen trotz Erfolgen und Anerkennung als nicht ausreichend wahrgenommen werden. Frauen sind oft vom Imposter Syndrom betroffen, da ihre Erfolge häufig heruntergespielt und ihre Kompetenzen in Frage gestellt werden. Das kann auch dazu führen, dass sie sich besonderen Herausforderungen in ihrer Karriere, wie eine Promotion, nicht zutrauen.

Quelle(n):
Hochschule Mittweida (o. J.). Impostor-Syndrom: Warum Frauen an ihren Erfolgen zweifeln.

Machtmissbrauch bezeichnet die Ausnutzung einer Machtposition zum eigenen Vorteil, wodurch anderen Personen beruflicher Schaden zugefügt wird (vgl. Beaufaÿs 2022:10). In der Wissenschaft werden solche Situationen durch hierarchische Abhängigkeitsverhältnisse und ungleiche Machtstrukturen begünstigt. Besonders betroffen sind Frauen und TIN*-Personen, die aufgrund historisch gewachsener, patriarchaler Strukturen häufig geringere Anerkennung erfahren und stärker von geschlechtsbezogenem Machtmissbrauch bedroht sind (vgl. Beaufaÿs 2022:10f). Geschlechterungerechtigkeit und Machtmissbrauch stehen somit in engem Zusammenhang und sind als strukturelle Probleme des Wissenschaftssystems zu verstehen.

Quelle(n):

Gleichstellungsbüro TU Dortmund (o. J.). Themen – Machtmissbrauch.

Beaufaÿs, S. (2022): Machtverhältnisse und Machtmissbrauch in der Wissenschaft. In: Sexualisierter Belästigung und Machtmissbrauch an Hochschulen entgegenwirken. Handreichung. Mense, L., Mauer, H., Herrmann, J. (Hrsg.). Universität Duisburg-Essen. S. 10-13.

Universitäten sind durch hierarchische Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse geprägt, welche Machtstrukturen darstellen und Diskriminierung begünstigen. Besonders in männerdominierten Strukturen sind FLINTA*-Personen von sexualisierter Diskriminierung und Benachteiligung betroffen. Fehlende Sanktionsmöglichkeiten sowie das Schweigen des Umfelds tragen dazu bei, bestehende Ungleichheiten zu stabilisieren. Dadurch werden Geschlechterungerechtigkeiten in wissenschaftlichen Institutionen verstärkt.

Quelle(n):

Zentrales Gleichstellungsbüro der Universität Bonn (2022). Machtmissbrauch in der Wissenschaft. HerSpectives.

Gute Mental Health beschreibt den „Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre eigenen Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann.“ (WHO, o. J.) Viele Faktoren können sich negativ auf die Mental Health auswirken, wobei Personen, die Armut, Gewalt, Behinderungen, Benachteiligung usw. erleben, ein höheres Risiko für Mental Health Erkrankungen aufweisen. Die WHO kategorisiert unter anderem Diskriminierung am Arbeitsplatz und doppelte Belastung durch unbezahlte Care Arbeit neben der eigenen Karriere als Faktoren, die Mental Health negativ beeinflussen können.

Quelle(n):

Bündnis Gemeinsam gegen Sexismus (o. J.) Glossar Mental Load. 

World Health Organization (o. J.) Health Topics – Mental Health. 

Mikroaggressionen sind vermeintlich harmlose Kommentare, die aber unterdrückenden Machtstrukturen wie Rassismus, Sexismus und Heteronormativität entstammen und diese aufrecht erhalten. Eine sexistische Mikroaggression wäre z.B. die Aussage: „Für eine Frau haben Sie das sehr gut gemacht!“. Klingt fast wie ein Lob, drückt aber eigentlich aus, dass Frauen weniger zugetraut wird als Männern. Ein anderes Beispiel ist, wenn Deutsche mit ausländisch klingendem Namen immer wieder für ihre guten Deutschkenntnisse gelobt werden.

Quelle(n):

Algner, M. & Lorenz, T. (2022) Mikroaggressionen gegen Frauen: Lächeln Sie doch mal!  Wirtschaftspsychologie Heute. 

Griffith, K. (2018). Hä, was sind denn Mikroaggressionen? Missy Magazine.

In der Wissenschaft sind die Anforderungen an räumliche Mobilität besonders hoch: Bereits die Aufnahme eines Studiums kann Mobilität erfordern und verpflichtende Auslandssemester werden immer häufiger. Im Verlauf einer wissenschaftlichen Karriere erfordern befristete Beschäftigungsverhältnisse sowie der Wettbewerb um Karrieren oftmals Umzugs- oder Pendelmobilität. Hinzukommend wird (inter-)nationale Mobilität für die Etablierung von Netzwerken und die Sichtbarkeit der eigenen Forschung (Konferenzen, Forschungskooperationen usw.) nahegelegt. Da FLINTA* Personen zum Beispiel oft mehr unbezahlte Care-Arbeit erledigen als cis Männer, sind sie häufig an einen Ort gebunden und können weniger Prestige durch hohe Mobilität aufbauen.

Quelle(n):

TU Dortmund (o. J.). Forschungsprojekt: Akademisch Beschäftigte in ‚in Bewegung‘. Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziale Ungleichheit. 

In der Wissenschaft geschieht Mentoring oft durch informelle Netzwerke. Old Boys Networks sind besonders einflussreiche Netzwerke, da sie aus privilegierten (alten, weißen, hetero, cis-)Männern bestehen, welche ihre Expertise nur an ihnen ähnliche Kandidaten weitergeben. Zu diesen Netzwerken haben Frauen keinen Zugang, und ihre eigenen Netzwerke bestehen häufig größtenteils aus anderen marginalisierten Personen, weshalb sie weniger einflussreich sind.

Quelle(n):

Paksi, V. & Tardos, K. (2018). Networks in Science: Women's Research Collaborations and the Old Boys' Club. Research Gate.

Die (Peri-)menopause ist die hormonelle Übergangsphase vor der Menopause, in der die Östrogenproduktion schwankt und abfällt, was zu Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Konzentrations- und Gedächtnisproblemen („Brain Fog“) führen kann. Sie beginnt meist mit Mitte 40 und dauert bis etwa ein Jahr nach der letzten Menstruation. Da die Perimenopause in eine relevante Phase der Erwerbsbiographie fällt, fordern viele wissenschaftliche Netzwerke mehr Aufklärung, um Stigmatisierung am Arbeitsplatz abzubauen und die Leistungsfähigkeit sowie Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

Quelle(n):

Medizinische Universität Wien (2013). Frauen leben länger – bei geringerer Lebensqualität.

Pflegetätigkeiten umfassen die Betreuung, Versorgung und Unterstützung von Kindern, älteren Menschen oder pflegebedürftigen Angehörigen. Diese Sorgearbeit wird in Deutschland weiterhin überwiegend von Frauen übernommen, was häufig zu geringeren Erwerbschancen, Einkommensnachteilen und einem erhöhten Risiko für Altersarmut führt. Männer beteiligen sich zwar zunehmend an Care-Arbeit, jedoch bestehen weiterhin deutliche Ungleichheiten in der Verteilung von Pflegeverantwortung. Die ungleiche Verteilung von Pflegetätigkeiten gilt daher als zentrale Ursache für Geschlechterungerechtigkeit in Beruf, Familie und Gesellschaft.

Quelle(n):

Gärtner, M. (2025). Care-Arbeit, Gleichstellung und der Blick auf Männer. Bundesstiftung Gleichstellung.

Rassismus bezeichnet die Benachteiligung, Ausgrenzung oder Abwertung von Menschen aufgrund zugeschriebener ethnischer, kultureller oder nationaler Merkmale. An Hochschulen zeigt sich Rassismus sowohl in alltäglichen Diskriminierungen als auch in institutionellen Strukturen und Praktiken. Aus einer rassismuskritischen Perspektive wird untersucht, wie Macht- und Ungleichheitsverhältnisse rassistische Benachteiligungen aufrechterhalten. Besonders aus intersektionaler Sicht wird deutlich, dass sich Rassismus und Geschlechterungerechtigkeit überschneiden und bestimmte Personengruppen mehrfach diskriminieren können und somit Karrierewege behindert werden.

Quelle(n):

Universität zu Köln (2026). Chancengerechtigkeit - Rassismuskritik. 

Schwangerschaft und Elternschaft können die Bildungs- und Karrierechancen an Hochschulen beeinflussen, da Sorgearbeit und familiäre Verantwortung weiterhin überwiegend Frauen zugeschrieben werden. Dadurch entstehen häufig strukturelle Benachteiligungen, etwa durch eingeschränkte Teilhabemöglichkeiten oder erschwerte Vereinbarkeit von Studium, Wissenschaft und Familie. Geschlechterungerechtigkeit zeigt sich somit auch in den Bedingungen rund um Schwangerschaft und frühe Elternschaft.

Quelle(n):

Winkler, C & Babac, E. (2022). Birth Justice. Die Bedeutung von Intersektionalität für die Begleitung von Schwangerschaft, Geburt und früher Elternschaft. Österreichische Zeitschrift für Soziologie.

Der Semesterbeitrag umfasst Gebühren für studentische Leistungen wie Verwaltung, Studierendenwerk und häufig das Semesterticket. Obwohl er für alle Studierenden gleichermaßen erhoben wird, können die finanziellen Belastungen je nach Lebenssituation unterschiedlich ausfallen. Besonders Studierende mit geringeren finanziellen Ressourcen oder zusätzlichen Sorgeverpflichtungen sind stärker belastet. Hiervon sind häufiger Frauen betroffen. Dadurch werden bestehende Geschlechterungerechtigkeiten im Hochschulzugang und Studienalltag verstärkt.

Quelle(n):

Kroher, M. et. al. (2021). Die Studierendenbefragung in Deutschland: 22. Sozialerhebung. Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Sexismus bezeichnet die Abwertung, Benachteiligung oder Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Geschlechtsidentität. An Universitäten kann sich Sexismus in Vorurteilen, ungleichen Karrierechancen, sexualisierten Grenzverletzungen oder strukturellen Benachteiligungen äußern. Davon sind insbesondere FLINTA Personen betroffen.

Quelle(n):

Bündnis Gemeinsam gegen Sexismus (o. J.). Glossar: Sexismus. 

Die Sichtbarkeit der eigenen Forschung (in Form von Publikationen, Konferenzen, Zitationen) ist eine wichtige Ressource und die Voraussetzung für eine Karriere im Wissenschaftssystem, unabhängig vom Geschlecht. Die digitale Selbstrepräsentation wird dafür immer wichtiger. Diese Sichtbarkeit kann aber auch mit negativen Effekten einhergehen, da sie z.B. Vereinnahmung, Anfeindungen oder Bewertungen evozieren können. Dieser Widerspruch wird als Sichtbarkeitsparadox bezeichnet. Studien zeigen, dass Frauen in der Sichtbarkeit zurückhaltender sind, aus Sorge vor negativen Reaktionen („fear of backlash“).

Quelle(n):

Abler, A., Born, N., Welpe, I. (2025). Wer von Sichtbarkeit profitiert. Forschung & Lehre.

Soziale Herkunft beschreibt die gesellschaftliche Position von Menschen, die unter anderem durch Bildung, Einkommen und Herkunft geprägt wird. An Universitäten beeinflusst die soziale Herkunft häufig die Bildungs- und Teilhabechancen, etwa durch unterschiedliche finanzielle Ressourcen oder Zugänge zu akademischen Netzwerken. In Verbindung mit Geschlecht verstärken sich soziale Ungleichheiten, sodass insbesondere Frauen aus nicht-akademischen oder einkommensschwächeren Familien mehrfach benachteiligt sind.

Quellen(n):

Universität der Künste Berlin - Critical Diversity (o. J.). Glossar: Soziale Herkunft

Universität Heidelberg – Unify (o. J.) Soziale Herkunft – Glossar. 

Stereotype Berufswahl beschreibt die Orientierung an traditionellen Geschlechterrollen bei der Wahl von Studium oder Beruf. Frauen entscheiden sich häufiger für soziale, gesundheitliche oder pädagogische Bereiche, während Männer überdurchschnittlich oft technische und naturwissenschaftliche Fächer wählen. Diese Muster werden durch gesellschaftliche Erwartungen und Geschlechterstereotype beeinflusst und können zu ungleichen Bildungs- und Karrierechancen führen.

Quelle(n):

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024). Fachtagung widmet sich geschlechtergerechter Berufsorientierung.

Stereotype Threat (= Bedrohung durch Stereotype) bezeichnet die Befürchtung von Mitgliedern einer stigmatisierten sozialen Gruppe, welche von negativen Stereotypen betroffen ist, anders beurteilt oder behandelt zu werden oder durch eigenes Verhalten in bestimmten Situationen ein Stereotyp zu bestätigen. Ironischerweise kann es dabei zu einer tatsächlich messbaren Leistungsminderung in psychologischen Tests, z. B. Intelligenztests, kommen.

Quelle(n):

Rees, J. & Boege, R. (2022). Stereotype Threat. Dorsch Lexikon der Psychologie.

Tokens sind Mitglieder marginalisierter Gruppen, die eine Art Alibi-Funktion oder Scheinquote für ihre Arbeitgebenden erfüllen. Sie werden als Repräsentant*innen einer ihnen zugeschriebenen Kategorie verstanden. Wer Tokenism betreibt, stellt also z.B. eine einzelne FLINTA* Person in einer Führungsposition ein, um sich mit Fortschrittlichkeit brüsten zu können. Diese Person erlebt jedoch einen sehr hohen Leistungsdruck, da sie als Sinnbild für die Fähigkeiten aller Personen der ihr zugeschriebenen „Kategorie“ gilt.

Quelle(n):

Peşmen, A. (2017). Hä, was ist denn ein Token? Missy Magazine.

Vielfalt Mediathek (o. J.). Was ist „Token/Tokenismus“? 

Das WissZeitVG ist ein deutsches Sonderarbeitsrecht für den akademischen Bereich. Dieses regelt wie und wie lange Arbeitsverträge für wissenschaftliche Mitarbeitende an Hochschulen befristet sein dürfen. Es legt jedoch keine Rahmenbedingungen für eine Überführung in eine unbefristete Arbeitsvertrag fest.

Das WissZeitVG verstärkt Geschlechterungerechtigkeit im akademischen Kontext. Durch unsichere Arbeitsbedingungen werden viele Faktoren, die auf der Leaky Pipeline zu finden sind, besonders für Frauen stark begünstigt.

Quelle(n):

Bloch, R. & Kuhnt, M. (2026) Arbeiten unter dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz: Ein Sittengemälde. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Bundesministerium der Justiz für Verbraucherschutz (2007). Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz - WissZeitVG). Gesetze-im Netz.de