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31. März

Transgender Day of Visibility (TDoV)

Der Transgender Day of Visibility (TDoV) ist allen trans* Personen gewidmet, binär oder nicht binär. Es geht darum, Aufmerksamkeit für marginalisierte Geschlechtsidentitäten in der Gesamtgesellschaft zu schaffen, die in das trans* Spektrum fallen.

Rachel Crandall-Crocker, die US-amerikanische Aktivistin hinter dem TDoV, setzt sich seit den 1990er Jahren für trans* Menschen ein. Aufgewachsen in den 1970er-Jahren im mittleren Westen der USA und von der Gesellschaft und ihrer Familie geächtet, fühlte sie sich als trans* Frau mit Tourette sehr einsam. Seit ihrem Coming-out im Jahr 1993 das Ziel, trans* Menschen zu unterstützen und miteinander zu verbinden. 1997 gründete Rachel Crandall-Crocker die Organisation Transgender Michigan (Transgender Michigan, o. J.; Finch, 2018).

Bis in die späten 2000er-Jahre war der Trans Day of Remembrance der einzige internationale Tag der trans* Menschen. Er ist ein Gedenktag für alle trans* Personen, die aufgrund von transfeindlichen Motiven ermordet wurden. Rachel Crandall-Crocker erkannte, dass es ein positives Gegenstück zu diesem Tag geben muss, einen Tag, an dem das Leben und die Vielfalt der trans* Community gefeiert werden soll. „With unity comes power“ sagte Crandall-Crocker in einem Interview zum Trans Day of Visibility 2020 (GRTF, 2020).

2009 führte sie kurzerhand mit einem einfachen Facebook-Beitrag den ersten Transgender Day of Visibility ein. Mit der starken Resonanz hatte sie jedoch nicht gerechnet: Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der Tag zu einer internationalen Bewegung und zu einem wichtigen Tag im LSBTTIAQ+-Kalender (ebd.).

 If I could do it any loud mouth could do it. (ebd.)

Durch die sozialen Medien verbreitete sich Crandall-Crockers Idee rasant und wird seit mehr als einem Jahrzehnt international gefeiert. Besonders online unter den Hashtags #tdov und #transdayofvisibility finden sich auf allen gängigen Plattformen Tausende von Beiträgen, darunter Aufklärungsposts, Selfies und Beiträge von und zu wichtigen Persönlichkeiten der trans* Community. Hinzu kommen Aktionen wie Kundgebungen, Talkrunden und Aufklärungsarbeit, die den authentischen und vielfältigen Geschichten von trans* Personen Sichtbarkeit und Plattformen bieten (Glaad 2025).


In Zeiten, in denen gesetzliche und gesellschaftliche Entwicklungen die Rechte und Lebensrealistäten von trans*Personen in vielen Ländern herausfordern, gewinnt der Transgender Day of Visibility besondere Bedeutung. Er steht als Symbol für den fortdauernden Kampf um Anerkennung, Gleichberechtigung und Menschenwürde (in) der trans*Community (Amnesty International, 2025; Fenway Health, 2025).

Stand: März 2025


Quellen