Girls*Day und Boys*Day
Eigentlich finden am vierten Donnerstag im April in ganz Deutschland sowohl der "Girls*Day - Mädchen-Zukunftstag" als auch der "Boys*Day - Jungen-Zukunftstag" statt. Wegen der Osterferien sind die Zukunftstage in diesem Jahr auf den 3. April verlegt.
Dieser Aktionstag ist der Berufsorientierung von Mädchen und Jungen gewidmet und richtet sich an Schüler*innen ab der fünften Klasse. Sowohl der Girls*Day als auch der Boys*Day werden vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. organisiert (BAFzA). Der Girls*Day wurde 2001 eingeführt und geht auf die Idee des 1993 erstmals durchgeführten amerikanischen „Take Our Daughters To Work Day“ zurück, bei welchem Schülerinnen einen Tag den Arbeitsplatz ihrer Eltern besuchten (Kompetenzzentrum A). Seit der Einführung des Girls*Day konnten in Deutschland 2,4 Millionen Plätze für Mädchen zur Verfügung gestellt werden (Girls*Day). Der Boys*Day wurde erst einige Zeit später im Jahr 2010 in Anlehnung an den Girls*Day eingeführt und ist Nachfolger des Projektes „Neue Wege für Jungs“ (Kompetenzzentrum B).
Klischeefreie Berufsorientierung ermöglichen
Ziel des Aktionstages ist es, Geschlechterklischees mit Blick auf Berufs-, Ausbildungs- und Studienwahl zu durchbrechen und Schüler*innen eine große Bandbreite an Berufen vorzustellen. So haben Mädchen und Jungen einen Tag lang die Möglichkeit, Einblicke in Berufe sowie Ausbildungs- und Studiengänge zu bekommen, in denen das jeweils eigene Geschlecht unterrepräsentiert ist. Bei den Mädchen handelt es sich um Berufe aus dem technischen und naturwissenschaftlichen Bereich, während es bei den Jungen überwiegend Berufe aus dem sozialen, pädagogischen und pflegerischen Bereich sind (BAFzA). Dabei können die Schüler*innen an verschiedenen Veranstaltungen, Workshops, Praktika sowie Aktionen teilnehmen, die sowohl in Unternehmen und Betrieben als auch an Hochschulen angeboten werden. Mit den Erfahrungen, die die Mädchen und Jungen an dem Tag sammeln, können sie bei der späteren Berufswahl nach Interesse und nicht nach Rollenerwartungen entscheiden.
Der Girls*Day wird unter anderem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert; der Boys*Day wird nur durch das BMFSFJ finanziert (ebd.). Sowohl der Girls*Day als auch der Boys*Day sind Teil der Initiative „Klischeefrei“, die für Entscheidungen über Berufs-, Ausbildungs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees steht.
Girls*Day und Boys*Day an der TU Dortmund
Auch die TU Dortmund beteiligt sich am Girls*Day und am Boys*Day. Unter dem Motto „Entdecke die TU Dortmund“ besuchen jedes Jahr Schülerinnen und Schüler den Campus. Während 2003 das Girls*Day-Programm für 30 Teilnehmerinnen ausgelegt war, nahmen schon zehn Jahre später bereits 145 Schülerinnen am Girls*Day der TU Dortmund teil. Mittlerweile besuchen jedes Jahr zwischen 120 und 180 Mädchen den Girls*Day an der TU Dortmund. Fakultäten und Einrichtungen mit technischem oder naturwissenschaftlichem Schwerpunkt öffnen ihre Türen und zeigen den Schülerinnen ihre tägliche Arbeit in Vorträgen und Workshops, die zum Experimentieren und Selbstausprobieren einladen.
Die Fakultät Rehabilitationswissenschaften bot 2009 erstmals ein Boys*Day-Programm für interessierte Jungen an. Seit 2013 wird der Boys*Day wie der Girls*Day zentral vom Gleichstellungsbüro der TU Dortmund koordiniert. Mittlerweile beteiligen sich alle Fakultäten, die einen geringen Anteil männlicher Studierender haben, am Programm.
Während der Pandemie bot die TU Dortmund den Schülerinnen und Schülern ein digitales Programm zum Girls*Day und Boys*Day an. Die daraus entstandene digitale Campus-Tour kann auch heute noch von Schüler*innen aus der gesamten Bundesrepublik genutzt werden, um die TU Dortmund zu entdecken.
Stand 28.03.2025
Quellen
Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA): "Girls’Day und Boys’Day", zuletzt aufgerufen am 14.04.2021.
Girls‘Day: Girls‘Day in Zahlen, zuletzt aufgerufen am 25.03.2025.
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V (Kompetenzzentrum A): "Girls-Day - Mädchen Zukunftstag!", zuletzt aufgerufen am 14.04.2021.
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V (Kompetenzzentrum B): "Boys-Day- Jungen Zukunftstag!", zuletzt aufgerufen am 14.04.2021.