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MINTU - MÄDCHEN IN DIE TU DORTMUND

Mentees auf Entdeckungstour zwischen den Disziplinen Informatik, Architektur und Bauingenieurwesen

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Von oben fotografiert: Zwei Personen sitzen an einem weißen Tisch und schreiben auf Papier mit Stiften, auf dem Tisch liegen bunte Notizzettel und ausgedruckte Blätter mit Diagrammen © Schneider​/​TU Dortmund
Der erste gemeinsame Workshoptag im MinTU-Jahr führte die Schülerinnen und ihre Mentorinnen gleich in zwei sehr unterschiedliche Fachbereiche der TU. Am Vormittag stand Informatik auf dem Programm, später ging es weiter zur Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen. Beide Workshops boten viele Möglichkeiten, selbst auszuprobieren, Fragen zu stellen und ganz neue Seiten der MINT-Fächer kennenzulernen.

Fakultät Informatik

Los ging es im Lamarr-Institut mit einem Workshop rund um Künstliche Intelligenz. Zu Beginn sammelten die Schülerinnen gemeinsam Beispiele aus ihrem Alltag. Schnell wurde deutlich, dass KI heute viel präsenter ist, als viele zunächst vermutet hatten. Empfehlungen bei Streamingdiensten, Sprachassistenten oder intelligente Suchfunktionen – all das basiert auf Technologien, die mit Daten arbeiten und daraus lernen. Im Austausch darüber und anhand einiger anschaulicher Beispiele – etwa alter Telefone, Schreibmaschinen oder Kassetten – wurde den Teilnehmerinnen deutlich, wie stark sich Technologien im Laufe der Zeit verändert haben. Viele Anwendungen, die heute ganz selbstverständlich im Alltag genutzt werden, wären vor einigen Jahrzehnten noch kaum vorstellbar gewesen.

Nach dieser Einführung konnten die Mentees selbst aktiv werden. In interaktiven Aufgaben testeten sie, wie Maschinen Muster erkennen und Entscheidungen treffen. Dabei analysierten sie zum Beispiel Bilder von Affen und überlegten gemeinsam, welche Hinweise ein Computer nutzen könnte, um unterschiedliche Stimmungen zu erkennen. Die Mentees überlegten, welche Gesichtsmerkmale darauf hindeuten könnten, ob ein Affe eher ruhig ist oder ob er möglicherweise gleich zubeißen würde.

Viele der Schülerinnen waren überrascht, dass es in der Informatik nicht nur um Computer im klassischen Sinne geht, sondern um ganz unterschiedliche Themen und Anwendungen. Das wurde auch noch einmal deutlich, als zum Abschluss kurz über mögliche Studiengänge in der Informatik gesprochen wurde und sichtbar wurde, wie vielfältig die Fachrichtungen sind.

Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen

Nach diesem Einblick in die digitale Welt wechselte die Gruppe in die Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen. Dort wartete eine praktische Herausforderung auf sie: Mit Papier und Kleber sollten möglichst hohe Türme entstehen. Bevor die Teams mit dem Bauen begannen, überlegten sie gemeinsam, welche Faktoren bei Bauwerken wichtig sind. Schnell wurde klar, dass Höhe allein nicht ausreicht, auch Stabilität spielt eine entscheidende Rolle.

Dann ging es ans Konstruieren. Mit viel Kreativität entwickelten die Gruppen ihre eigenen Ideen, rollten Papier, verstärkten ihre Strukturen und testeten immer wieder, ob ihre Konstruktionen stabil genug sind. Die Türme wurden dabei teilweise so hoch, dass einige Teams ihre Bauwerke schließlich vom Tisch auf den Boden stellen mussten, um überhaupt noch weiter in die Höhe bauen zu können. 

Beim abschließenden Vorstellen zeigte sich, wie wichtig eine gute Bauweise ist. Einige Türme standen erstaunlich stabil, während andere deutlich empfindlicher waren. In einem Moment reichte sogar ein kleiner Windstoß aus, um einen der Türme zum Einsturz zu bringen, was zunächst für überraschte Gesichter und dann auch für einige herzhafte Lacher sorgte. Gleichzeitig wurde dabei sehr anschaulich deutlich, wie wichtig Stabilität und eine durchdachte Konstruktion im Bauingenieurwesen sind.

 

Der Workshoptag bot den Schülerinnen damit zwei unterschiedliche Perspektiven auf MINT-Fächer. Während sie am Vormittag erleben konnten, wie vielseitig und alltagsnah Informatik und Künstliche Intelligenz sind, wurde am Nachmittag deutlich, wie viel Planung, Kreativität und technisches Verständnis hinter Bauwerken steckt. Vor allem das eigene Ausprobieren machte den Tag für viele zu einem besonderen Erlebnis und zeigte, wie spannend naturwissenschaftliche und technische Studiengänge sein können.

 

Autorin: Diana Schneider, Mentorin


Das Mentoring-Programm MinTU - Mädchen in die TU Dortmund bietet Schülerinnen im Alter von 12 bis 14 Jahren die Möglichkeit, im Rahmen eines Mentoring-Programms MINT-Fakultäten der TU Dortmund kennen zu lernen. Die Mädchen werden für ein Jahr von einer Mentorin betreut, die selbst Studentin eines MINT-Studiengangs an der TU Dortmund ist und im persönlichen Austausch einen Einblick in ihr Fach und den Studienalltag gibt.