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female.2.enterprises: Vorbildunternehmerinnen berichten über ihren Weg in die Selbstständigkeit

Im Rahmen der bundesweiten Gründer(*innen)woche waren die Vorbildunternehmerinnen Barbara Budrich (Barbara Budrich Verlag) und TU-Alumna Melanie Goldhagen (KidzzInform) am 12. November 2018 zu Gast bei female.2.enterprises, um jungen Frauen den Lebensentwurf Selbstständigkeit näher zu bringen. In einem Intensiv-Workshop erhielten 13 Studentinnen und Wissenschaftlerinnen Einblicke in zwei sehr unterschiedliche unternehmerische Werdegänge, konnten sich über Unterstützungsmöglichkeiten informieren, die die TU Dortmund bei Gründungsvorhaben anbietet, und hatten Gelegenheit ihre eigenen Fragen und Ideen mit den Expertinnen zu diskutieren.

Die Veranstaltung fand im Rahmen von female.2.enterprises statt und wurde in Kooperation mit „FRAUEN unternehmen“ sowie dem Centrum für Entrepreneurship & Transfer der TU Dortmund organisiert. Die Initiative „FRAUEN unternehmen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie will jungen Frauen Mut zur beruflichen Selbstständigkeit machen. Dazu wurden bundesweit mehr als 100 Unternehmerinnen aus verschiedenen Branchen ausgewählt, die als Botschafterinnen für ihren Berufsstand werben. Die „Vorbild-Unternehmerinnen“, von denen es in NRW über 30 gibt, werden mit jungen Frauen in Kontakt gebracht, berichten über Chancen und Anforderungen der beruflichen Selbstständigkeit und geben realistische und sehr persönliche Einblicke in den unternehmerischen Alltag.

Eine Teilnehmerin macht sich Notizen
Die Teilnehmerinnen brachten viele Fragen zum Thema mit.
Foto: Brenker

Auch wenn sich die Präsenz von Frauen in vielen Bereichen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft positiv entwickelt, gründen nur sehr wenige Unternehmen: Nur 7,6 % aller erwerbstätigen Frauen arbeiten selbstständig oder haben ein Unternehmen gegründet. Auch die Teilnehmerinnen der female.2.enterprises Veranstaltung sprachen von Zweifeln gegenüber dem Thema Selbstständigkeit. Ihre Fragen drehten sich um Risiken und Hindernisse, mit denen Unternehmer*innen zu rechnen haben. Das Berufsbild „Unternehmerin“ erschien den Studentinnen und Wissenschaftlerinnen zu abstrakt, um es für sich selbst in Betracht zu ziehen. Die „Vorbildunternehmerinnen“ Barbara Budrich und Melanie Goldhagen sind aktiv, damit sich genau das ändert. In ihren Vorträgen berichteten sie von ihren persönlichen Werdegängen und gingen dabei intensiv auf die Fragen und Bedenken der Teilnehmerinnen ein.

Von der Unternehmertochter zur Verlagsgründerin

Barbara Budrich kann auf mehrere Jahrzehnte im Verlagswesen zurückblicken. Als Lektorin arbeitet sie bereits im Verlag ihres Vaters Leske + Budrich. Nach dessen Verkauf an den Springer Konzern sammelte sie Erfahrungen als Angestellte im Großkonzern und stellte schnell fest, dass dieses Arbeiten sie zu sehr einengte. Der Schritt in die Selbstständigkeit mit Gründung eines eigenen Verlags lag für sie auf der Hand: „Was hätte ich anderes machen sollen? Ich kannte nur das. Und ich habe mir eingebildet, dass ich durch die Arbeit für meinen Vater wüsste, was es heißt selbstständig zu sein.“

Barbara Budrich beim Vortrag
"Think big, start small" lautet Barbara Budrichs Tipp für
Gründer*innen | Foto: Brenker

Den Begriff „selbstständig“ benutzt Barbara Budrich heute nicht mehr so oft. „Das Wort umschreibt den damit verbundenen Arbeitsalltag schon ganz gut: Du arbeitest selbst und ständig.“ Sie hat hingegen die Transformation zur Unternehmerin geschafft. In ihrem 2004 gegründeten Barbara Budrich Verlag arbeitet sie schon lange nicht mehr allein und will sich langfristig immer weiter aus dem operativen Geschäft herausziehen. In ihrem Vortrag gab sie Einblicke in die Entwicklung ihres Unternehmens und Tipps für die Gründung: „Think big, start small“ lautet eine ihrer Devisen. Außerdem ging Barbara Budrich auf Tücken ein, zum Beispiel beim Thema Steuern, auf die sie selbst bei ihrer Gründung nicht vorbereitet war. „Ihr wisst es jetzt, euch passiert das also nicht“, gab sie den Zuhörerinnen mit auf den Weg.

Aus dem Mutterschutz zur Vollzeit-Unternehmerin

Melanie Goldhagen beim Vortrag
Für Melanie Goldhagens Unternehmen KidzzInform ging es
in den letzten fünf Jahren stets bergauf. | Foto: Brenker

Das Thema Steuern fand auch in Melanie Goldhagens Vortrag Erwähnung. Ihr Rat an alle, die sich selbstständig machen möchten: „Holt euch von Anfang an die richtige Unterstützung. Dazu gehört vor allem ein guter Steuerberater oder eine gute Steuerberaterin.“ Melanie Goldhagens unternehmerische Karriere unterscheidet sich sehr von Barbara Budrichs Werdegang. Die ausgebildete Werbekauffrau, studierte Pädagogin und fünffache Mutter war 2013 in Elternzeit, als plötzlich die Idee für ihr Unternehmen im Raum stand: KidzzInform ist ein unabhängiger pädagogischer Fachdienst, der qualifizierte Schulbegleitung für Kinder mit Unterstützungsbedarf anbietet. Innerhalb weniger Wochen stand das Konzept und die ersten Mittel wurden bewilligt, so dass Melanie Goldhagen mit Ende der Elternzeit direkt gründen konnte.

Was danach geschah, versetzt sie selbst ins Staunen: „Die Entwicklung von KidzzInform ist sehr untypisch für ein neues Unternehmen. In den letzten fünf Jahren ging es für uns stetig bergauf“, erzählte die Vorbildunternehmerin. Was 2013 mit sieben Schulbegleiter*innen in vier Schulen begann, ist heute ein vielfach ausgezeichnetes Unternehmen mit knapp 180 Beschäftigten. Mittlerweile arbeitet KidzzInform mit 65 Schulen zusammen und hat zusätzlich noch ein Autismus-Therapiezentrum eingerichtet. Die Büros sind längst aus den heimischen Kellerräumen in ein eigenes Gebäude umgezogen und eine weitere räumliche Vergrößerung steht kurz bevor.

Ausklang mit persönlichen Tipps

Nach ihren Vorträgen standen die beiden Unternehmerinnen zum persönlichen Gespräch zur Verfügung. Die Teilnehmerinnen nutzten die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Fragen zu diskutieren und sich individuelle Tipps abzuholen.

181120_f2e_Vorbildunternehmerinnen (2)   Notizzettel an Wand   Barbara Budrich im Gespräch   Melanie Goldhagen im Gespräch


female.2.enterprises hat das Ziel, Studentinnen und Akademikerinnen unterschiedlicher Fachrichtungen berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in der Region aufzuzeigen und sie auf eine Karriere außerhalb des Wissenschaftsbetriebs vorzubereiten.