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23.09.2022: Bisexuality Day

Heute ist der Bisexuality Day (auch bekannt als Bi Pride Day, Bi Visibility Day oder in Deutschland Tag der Bisexualität). Der Tag geht zurück auf die erste Konferenz der ältesten Organisation für Bisexuelle (BiNet USA) in den USA. An der Konferenz in San Francisco nahmen mehr als 450 Menschen aus verschiedenen Ländern teil. Der Bürgermeister von San Francisco lobte die Gemeinschaft für ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit und erklärte den 23. September 1990 zum Bisexual Pride Day (LGBT Great 2009). Seit 1999 wird er jährlich und international gefeiert.

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Ziel des Aktionstages ist es, eine größere Sichtbarkeit für bisexuelle Menschen, ihre Geschichte und ihre Erfahrungen innerhalb der LSBTQIA+-Community und in der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft herzustellen. Insbesondere ihre Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen werden betont, da sie sich von denen homosexueller Menschen unterscheiden. Wenn beispielsweise eine Frau in einer langen Beziehung mit einer anderen Frau lebt, gilt sie in der Gesellschaft als lesbisch. Ist sie dagegen in einer langen Beziehung mit einem Mann, wird sie als heterosexuell wahrgenommen. Dass sie sich von beiden oder mehr Geschlechtern gleichermaßen oder auch in unterschiedlichem Maße angezogen fühlen kann, wird dabei außer Acht gelassen. Stattdessen wird eine Langzeitbeziehung als Beweis für eine eigentlich heterosexuelle oder homosexuelle Orientierung angesehen. In vielen Teilen der Gesellschaft ist der Gedanke stark verankert, dass eine Person homosexuell sein muss, wenn sie nicht heterosexuell ist (McLean 2018). Häufig wird Bisexualität auch als eine Phase abgewertet oder als erste Schritte in die Homosexualität (Swan 2018). Viele Personen, die bisexuell leben, bezeichnen sich selbst nicht als bisexuell (Swan & Habibi, 2018). Die Gründe dafür sind verschieden: Sie fürchten sich vor Stigmatisierungen oder sind nicht genügend aufgeklärt (Swan & Habibi, 2018). Ebenso zeigt die Studie "Out im Office" der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dass bisexuelle Menschen mit weniger Kolleg*innen und Führungskräften offen über ihre sexuelle Identität sprechen, als lesbische und schwule Personen (Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2017).

Die Forderungen am Tag der Bisexualität sind daher vielfältig: Mehr positive Vorbilder im öffentlichen Leben, mehr Repräsentation in den Medien, mehr Aufklärung an Schulen und allgemein die Anerkennung von Bisexualität als mögliche und gleichwertige sexuelle Identität (McLean 2018, Frohn & Meinhold 2017).

Gleichzeitig werden an diesem Tag die eigene bisexuelle Identität gefeiert, Straßenaktionen veranstaltet und unter dem #bivisibility Fotos und Geschichten geteilt. 2021 fand in Hamburg die erste „Bi+Pride“ Parade statt. Auch in Dortmund wurde die Bi-Flagge vor dem Stadthaus gehisst (Flaggenhissungen – Bi+Pride). Der 23. September ist also auch ein Feiertag: Geht auf die Straßen, feiert eure Bisexualität, kämpft für eure Sichtbarkeit oder zeigt euch solidarisch mit der bisexuellen Community.

QUELLEN

Baumgartner, R. & Maliepaard, E. (2021): Bisexuality in Europe : sexual citizenship, romantic relationships, and Bi+ identities. Routledge, Taylor & Francis Group.

Frohn, D.  & Meinhold, F. (2017): Spezifika der Arbeitssituation von bisexuellen Beschäftigten in Deutschland auf Grundlage von qualitativen Interviews mit bisexuellen (Alltags-)Experten_innen. IDA.

LGBT Great (2009): Bisexuality Visibility Day: Proudly Standing Together. 

McLean, K. (2018): Bisexuality in Society. In Bisexuality: Theories, Research, and

Recommendations for the Invisible Sexuality (pp. 77–93). Springer.

Swan, D. J. & Habibi, S. (2018): Bisexuality: Theories, Research, and Recommendations for

 the Invisible Sexuality . Springer

Swan, D. J. (2018): Defining Bisexuality: Challenges and Importance of and Toward a Unifying Definition. In Bisexuality: Theories, Research, and Recommendations for the Invisible Sexuality (pp. 37–60). Springer.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2017): Zentrale Ergebnisse der Studie “Out im Office?!” . Antidiskriminierungsstelle.


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