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Mehr Frauen in die (Lokal-)Politik: Gleichstellungsbüro lud zum Speed-Dating mit Ratsfrauen

Dortmunder Ratsfrauen aus fünf Fraktionen sprachen mit interessierten Frauen über Herausforderungen in der kommunalpolitischen Arbeit, ihre Motivation und ihren persönlichen Werdegang in die Politik. Denn auch 2022 sind Frauen in der Politik immer noch deutlich unterrepräsentiert und das in der Kommunalpolitik im besonderen Maße.

Gastgeberin Britta Bollermann von der VHS Dortmund eröffnete den Abend, der sich ganz dem Thema Frauen in der Lokalpolitik widmete. Die Dortmunder Alt-Bürgermeisterin Marianne Wendzinski begrüßte anschließend das Publikum und erzählte von ihrem Weg in die Politik und wie sie als erste Frau bundesweit Bürgermeisterin wurde. Sie erzählte wie politische Diskussionen und Entscheidungen in Männerbündnissen vorbesprochen wurden und wie sie in Reaktion darauf ein Dortmunder Frauennetzwerk gründete. Sie merkte auch an, dass Kommunalpolitik ehrenamtliche Arbeit bedeutet und die Anerkennung mehr über Auszeichnungen, als über finanzielle Entlohnung stattfindet. Auszeichnungen und Ehrungen erhielt Marianne Wendzinski viele. Sie bekam beispielsweise 1998 das Bundesverdienstkreuz verliehen, ist seit 2004 Ehrenmitglied des Rates und trägt den Titel "Alt-Bürgermeisterin".

Im Anschluss präsentierte Maresa Feldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund, aktuelle Zahlen und Fakten zu der Geschlechterverteilung in der Politik auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene. Anhand einiger Beispiele zeigte sie, wie wichtig das Mitwirken von Frauen auf allen politischen Ebenen ist. Die Abstimmung im Bundestag 1997 zur Frage, ob Vergewaltigung in der Ehe als Verbrechen geahndet werden soll, zeigte anschaulich, wie wichtig die Stimmen von Frauen sind, da sie dem Gesetz in größerer Anzahl zustimmten als Männer. Als nächstes stellte Lynn Berg vom Gleichstellungsbüro der TU Dortmund das Empowerment-Programm  "Misch dich ein – mach Politik vor Ort!" vor, an dem auch das Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund beteiligt war. Die Studentinnen Lana Fasbender (RUB) und Marlene Schlüter (TU Dortmund), die am Programm teilnahmen, erzählten von ihren Erfahrungen und stellten ihr Praxisprojekt für Dortmund vor. Sie entwickelten einen Leitfaden für kommunalpolitisches Engagement, der Hürden abbauen soll, um es gerade Studentinnen zu erleichtern, schneller in die Lokalpolitik einzusteigen.

Anschließend moderierte Katrin Kieseier vom Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund das einstündige Speed-Dating mit sechs Dortmunder Ratsfrauen aus fünf Fraktionen und Alt-Bürgermeisterin Marianne Wendzinski. Themen waren ihre persönlichen Erfahrungen in der Politik, ihre Werdegänge in die Lokalpolitik, ihre Motivation für die Arbeit im Rat, die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement, der zeitliche Umfang der ehrenamtlichen Arbeit und mögliche Voraussetzungen für das Amt. Nach einer Stunde intensiver Gespräche waren sich alle Ratsfrauen einig, dass es keine besonderen Vorerfahrungen oder Fähigkeiten für die lokalpolitische Arbeit braucht, sondern vielmehr die Bereitschaft zu Engagement, den Mut ins "kalte Wasser" zu springen und loszulegen.