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#klargestellt: Das queerfeministische Glossar

Sex, das

Sex bezeichnet das biologische Geschlecht. Es kann anhand verschiedener Dimensionen wie Gene, Geschlechtschromosomen, Hormone, Keimdrüsen, innere Geschlechtsorgane und äußere Geschlechtsmerkmale bestimmt werden. Jedoch ist das biologisches Geschlecht nicht immer eindeutig bestimmbar. In Teilen der Humanbiologie wird Sex nicht mehr als dichotome Ausprägung entweder des männlichen oder des weiblichen Geschlechts verstanden, sondern als ein Spektrum klassifiziert. Dabei wird auch die breite körperliche Variation innerhalb der Gruppe der Menschen mit XX- oder XY-Chromosom berücksichtigt.


Trotz der begrifflichen Unterscheidung sind Sex und ⇒ Gender nicht eindeutig trennbar. Im Alltag wird noch immer vom Sex auf das Gender einer Person geschlossen, z. B. bei der Zuschreibung des Geschlechts bei der Geburt. Des Weiteren suggeriert der Begriff Sex, dass es eine natürlich gegebene, biologische Männlichkeit bzw. Weiblichkeit gäbe. Das biologisch begründete ⇒Zwei-Geschlechter-Modell ist in Europa aber erst im 17. Jahrhundert entstanden und keineswegs kulturübergreifend. Auch das Einteilen von Körpern in bestimmte anatomische Geschlechter hat eine Geschichte und ist durch soziale Prozesse wie die in einer Gesellschaft gelebten Geschlechterverhältnisse beeinflusst. Da Sex nicht eindeutig von sozialen Prozessen getrennt werden kann, wird es manchmal auch als Teil von Gender verstanden. So betrachtet ist Gender ein komplexes Zusammenspiel aus sozio-kulturellen und biologischen Faktoren.

Quellen:

  • Becker-Schmidt, R. & Knapp, G.A. Feministische Theorien zur Einführung. Junius Verlag, 2000.
  • Butler, J. Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp, 1991.
  • Degele, N. Gender/Queer Studies – Eine Einführung. Wilhelm Fink, 2008.
  • Meissner, H. „Die soziale Konstruktion von Geschlecht – Erkenntnisperspektiven und gesellschaftstheoretische Fragen." Gender…politik…online, 2008.
  • Voss, H.-J. Geschlecht – Wider die Natürlichkeit. Schmetterling Verlag 2011.