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#klargestellt: Das queerfeministische Glossar

Gender, das

Gender ist eine wichtige Analysekategorie in den Geister-, Sozial- und Kulturwissenschaften und zentraler Ausgangspunkt in der Gleichstellungspolitik. Es bezeichnet die Geschlechtsidentität bzw. soziale Geschlechterrolle. Daran geknüpft sind Verhaltensweisen, Aktivitäten, Eigenschaften, Lebensbedingungen und Chancen, die eine bestimmte Gesellschaft für unterschiedliche Geschlechter für angemessen hält. Beispielsweise können sich abhängig vom Gender die Beteiligung an politischen Entscheidungen, Lebensbedingungen wie Betroffenheit von Gewalt, Verteilung von Geld, Stereotype, Rollenzuweisungen oder auch dominante Bilder in den Medien unterscheiden.  


Gender wird als sozial konstruiert aufgefasst, d. h. es ist gesellschaftlich und politisch bedingt, historisch wandelbar und kulturell verschieden. Es ist somit nicht „Privatsache“, sondern ein Teil der gesellschaftlichen Struktur z. B. durch institutionelle Verankerungen wie die staatliche Erfassung des Geschlechtseintrags.

Der Begriff Gender wurde ins Deutsche übernommen, da im Deutschen mit ‚Geschlecht‘ primär das biologische Geschlecht assoziiert wird, welches man im Englischen als ⇒ Sex bezeichnet. (Lernen Sie im Eintrag ⇒ Sex über die Kritik an der Trennung von Sex und Gender.)

Quellen:

  • Becker-Schmidt, R. & Knapp, G.A. Feministische Theorien zur Einführung. Junius Verlag, 2000.
  • Degele, N. Gender/Queer Studies – Eine Einführung. Wilhelm Fink, 2008.
  • Meissner, H. „Die soziale Konstruktion von Geschlecht – Erkenntnisperspektiven und gesellschaftstheoretische Fragen. Gender…politik…online, 2008.