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11.10.2021: Coming Out Day (international)

Heute ist Coming Out Day. Er wird bereits seit 1988 jährlich am 11. Oktober gefeiert und macht auf Diskriminierungen aufmerksam, die LSBTIQ+ Personen während und nach ihrem Coming Out erleben. Gleichzeitig sollen ungeouteten Menschen zum eignen Coming Out ermutigt werden. Als Zeichen der Solidarität wehen heute am Campus der TU Dortmund die Regenbogenfahnen.

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Der Aktionstag geht auf den zweiten „March on Washington for Lesbian and Gay Rights“ am 11. Oktober 1987 zurück. An diesem Tag versammelten sich über eine halbe Million Menschen in Washington D.C. (USA), um für die Rechte und die Gleichberechtigung Homosexueller zu demonstrieren. In den darauffolgenden Monaten schlugen Rob Eichberg, Mitbegründer des Empowermentprogramms The Experience, und Jean O'Leary, damalige Direktorin der National Gay Rights Advocates, die Einführung eines Nationalen Coming Out Days vor. Ein Jahr später wurde der erste Coming Out Day zelebriert, an dem sich tausende Lesben und Schwule in US-amerikanischen Zeitungen mit ihren Namen outeten (Thompson 1994). Gefeiert wird der Tag heute in vielen Ländern.

"Coming out must still matter because there's still a closet to come out from." (Spiegel 2013)

Die Annahme, dass alle Menschen heterosexuell und ⇒cis-geschlechtlich sind, macht es für ⇒lsbtiq+ Personen immer noch notwendig, sich zu outen. Neben dem inneren Coming Out wird am heutigen Tag ein besonderer Fokus auf das erste äußere Coming Out gelegt. Bei Jugendlichen können mehrere Monate oder Jahre zwischen dem inneren und ersten äußeren Coming Out liegen. Gründe dafür sind beispielsweise die Angst vor Ablehnung, die Sorge, nicht ernst genommen zu werden, und eine finanzielle Abhängigkeit von den Eltern (Krell & Oldemeier 2015). Der Coming Out Day soll ungeouteten lsbtiq+ Personen Mut zum eigenen Coming Out machen. Gleichzeitig wird heute dafür sensibilisiert, dass jede neue Begegnung nach dem ersten Coming Out ein erneutes Coming Out nach sich zieht, sei es bei neuen Freund*innen, Familienmitgliedern, Lehrer*innen, Mitschüler*innen, Nachbar*innen, Kolleg*innen, Vorgesetzten, Ärzt*innen oder Menschen in Sportvereinen oder bestimmten Ämtern.

Die Debatten um das Outing männlicher Profifußballspieler oder die Aktion #actout, bei der sich Anfang diesen Jahres 185 LSBTIQ-Schauspieler*innen gemeinsam geoutet haben, zeigen deutlich, dass ein Coming Out in Deutschland gerade in beruflichen Kontexten und in der Öffentlichkeit keine Selbstverständlichkeit ist. Allgemein outen sich nur etwas mehr als ein Drittel der lsbtiq+ Arbeitnehmer*innen in Deutschland an ihrem Arbeitsplatz (Hampel 2019).

Der Coming Out Day wird genutzt, um auf Diskriminierungen während und nach dem Coming Out aufmerksam zu machen, Maßnahmen zur Verbesserung zu fordern und Zeichen der Solidarität zu setzten. Gleichzeitig gibt es viele Aktionen von LSBTIQ+ Personen, die sich (wieder) öffentlich outen und ihre Coming Out Geschichten erzählen, um damit anderen Personen Mut zum eignen Coming Out zu machen.

Coming Out Beratungsstellen in Dortmund:

QUELLEN

Hampel, Lea (2019): Wenn der Chef fragt, muss die Notlüge helfen. Süddeutsch Zeitung vom 28.01.2019.

Krell, Claudia & Oldemeier, Kerstin (2015): Coming-out – und dann…?! Ein DJI-Forschungsprojekt zur Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen. München: Deutschen Jugendinstitut e.V.

Thompson, Mark (1994): Long Road to Freedom: The Advocate. History of the Gay and Lesbian Movement. New York: St Marins Press.

Spiegel, Adrienne (2013): Coming Out Still Matters. ACLU vom 11.10.2013. 


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