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Gleichstellungsbüro startet queerfeministisches Kalenderprojekt

Sind Sie up to date? Mit dem neuen feministischen und queeren Kalender bringt das Gleichstellungsbüro der TU Dortmund Sie auf den neusten Stand zu aktuellen, lokalen und internationalen Aktions- und Feiertagen mit einem Fokus auf queerfeministische Themen und Perspektiven.

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UP TO DATE ist eine Sammlung von Tagen, die stetig wachsen soll. Wir stellen Ihnen queere und feministische Aktionstage vor und beleuchten hinreichend bekannte Jahrestage aus einer queerfeministischen Sicht. So wollen wir Fortschritte für Frauen und LSBTTIAQ+ feiern und manifestieren und unsere Erinnerungskultur um queerfeministische Perspektiven erweitern.

UP TO DATE soll sich im Austausch mit den Leser*innen weiterentwickeln.

Haben Sie Fragen, Kommentare oder Vorschläge, welche Tage in den Kalender aufgenommen werden sollen? Dann freuen wir uns über eine Rückmeldung .


01.01.2021: Zweiter Jahrestag des positiven Geschlechtseintrags „divers“

Heute vor zwei Jahren wurde im Geburtenregister neben „männlich“, „weiblich“ und einem offenen Geschlechtseintrag auch die Option „divers“ möglich.

Diese „dritte Option“ gibt Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, das Recht auf Existenz jenseits der ⇒ binären Geschlechterordnung. Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts (2017) steht diesen die Option eines positiven Geschlechtseintrags zu. Vorangegangen war dieser Entscheidung ein langer juristischer und aktivistischer Prozess, welcher im Jahr 2013 von Vanja angestoßen und u. a. von der Kampagne „Dritte Option“ unterstützt wurde.1,2

Das „Gesetz zur Änderung des Personenstandsgesetzes“ wurde im Dezember 2018 verabschiedet.3 Es hat Auswirkungen auf viele Bereiche wie beispielsweise das Arbeitsrecht und den Diskriminierungsschutz nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz.4 Zahlreiche weitere Gesetze müssen angepasst werden.5 Gleichzeitig entfaltet das Personenstandsgesetz noch nicht sein volles Potential, alle diversen Menschen selbstbestimmt über ihren Geschlechtseintrag entscheiden zu lassen. So müssen Personen zum Beispiel beim Antrag auf den Geschlechtseintrag weiterhin ein ärztliches Attest vorlegen.

Der heutige Tag gilt als Erinnerung an einen Schritt in die richtige Richtung, sollte jedoch auch als Aufruf verstanden werden, um weiter für die Rechte von ⇒ inter*, ⇒ trans*, ⇒ nicht-binären und diversen Menschen aktiv zu sein.

1 Jan Sternberg (2017): "Vanja darf jetzt inter sein." In: haz.de, 08.11.2017. Letzter Aufruf 15.12.2020
2 Dritte Option: Was, warum, wie? Letzter Aufruf 15.12.2020
3 BGBl. I Seite 2635. Letzter Aufruf 15.12.2020
4 Antidiskriminierungsstelle (2020): Mann – Frau – Divers: Die „Dritte Option“ und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, 08.04.2019. Letzter Aufruf 15.12.2020
5 Dutta, Anatol & Matteo Fornasier (2020): Jenseits von männlich und weiblich – Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung im Arbeitsrecht und öffentlichen Dienstrecht des Bundes. Hg. von der Antidiskriminerungsstelle des Bundes. Letzter Aufruf 15.12.2020