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Faszination Raumfahrt: »Sowohl als Auch« über Star Trek, pulsierende blaue Unterzwergsterne und eine Frauenquote für’s All

Die angehende Astronautin Dr. Suzanna Randall und Prof. Dr. Metin Tolan, kamen am 25. Oktober zusammen, um über die unendlichen Weiten des Weltraums und die Faszination Raumfahrt zu sprechen. Die Veranstaltung war Teil der Reihe »Sowohl als Auch« des Gleichstellungsbüros und lockte 150 Interessierte in die Universitätsbibliothek.

Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Martina Stackelbeck zeigte sich in ihrer Begrüßungsrede sehr erfreut, dass es gelungen ist, so interessante Gäste für die Veranstaltungsreihe zu gewinnen. Prof. Metin Tolan ist nicht nur Professor für Experimentelle Physik und Prorektor Finanzen der TU Dortmund, sondern auch ein vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler und bekannt als origineller Vermittler von Erkenntnissen aus der Physik. Dr. Suzanna Randall ist selbst Astrophysikerin und wird derzeit durch die Initiative „Die Astronautin“, die die erste deutsche Frau ins All schicken möchte, auf einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS vorbereitet. Als „Astronautin Trainee“ reist sie durch die Republik, um über ihre Arbeit zu sprechen. Sie will besonders Mädchen ein Vorbild sein. Martina Stackelbeck berichtete, dass das Gleichstellungsbüro die Initiative schon seit längerem verfolgt: „Seitdem wir von der Astronautin gehört haben, war uns klar: Die wollen wir unbedingt einladen."

Prof. Metin Tolan über Star Trek und die Chancen Leben im All zu entdecken

Prof. Tolan berichtete in seinem hochinteressanten Vortrag über seinen eigenen Werdegang und stellte hier einige Verbindungen zu der Serie Star Trek her. Die Serie weckte seine Leidenschaft für die Physik und war ein steter Begleiter seiner eigenen wissenschaftlichen Laufbahn.

Dann ging Prof. Tolan der spannenden Frage auf den Grund, ob es möglich ist, dass wir irgendwann weiteres Leben im Universum entdecken, so wie es in Star Trek schon Realität ist. Er erklärte, weshalb es so schwer ist, Planeten überhaupt zu finden und wie es möglich ist, ihre Existenz zu beweisen. Außerdem erläuterte er, welche Bedingungen ein Planet erfüllen muss, um biologische Lebewesen – so wie wir sie definieren – zu beherbergen. In seinem Fazit formulierte der Experimentalphysiker eine positive These: „Als ich angefangen habe zu studieren, hätte ich das noch für unmöglich gehalten, aber mittlerweile glaube ich schon, dass es sein kann, dass wir zu meinen Lebzeiten noch anderes Leben im Universum beweisen.“ Für die Pioniere und Pionierinnen, die bereit sind ins Weltall aufzubrechen, wie die angehende Astronautin Randall hat Prof. Tolan großen Respekt: „Ich würde mich nie in so ein Raumschiff setzen.“

Dr. Suzanna Randall will vor allem ein Vorbild für Mädchen sein

Schon früh war Dr. Suzanna Randall fasziniert vom Weltraum. Als Kind entdeckte sie ein Bild des Phobos, der größere der beiden natürlichen Satelliten des Planeten Mars, in der Zeitung: „Da habe ich zum ersten Mal verstanden, dass es nicht nur etwas gibt da draußen im Weltall, sondern das man da auch hinfliegen kann.“ Heute ist Frau Dr. Randall als Astrophysikerin bei der europäischen Südsternwarte (ESO) beschäftigt und arbeitet für das ALMA Teleskop Projekt in Chile. Außerdem widmet sie sich der Erforschung pulsierender, blauer Unterzwergsterne.

Dem Traum ins Weltall zu fliegen ist sie nun dank einer Anzeige im SPIEGEL ganz nah. 2016 gründete Claudia Kessler die Initiative „Die Astronautin“ und rief in der Zeitungsannonce Frauen dazu auf, sich um ein Ticket zur Internationalen Raumstation zu bewerben. Hintergrund ist die erstaunliche Tatsache, dass Deutschland zwar bereits elf Männer ins Weltall geschickt hat, aber bisher noch keine einzige Frau. Dies zu ändern ist erklärtes Ziel der privaten Initiative.

Dr. Randall schilderte in ihrem Vortrag die verschiedenen Phasen des Bewerbungsverfahrens, an dessen Ende sie und die Meteorologin Insa Thiele-Eich als Astronautinnen-Trainees ausgewählt wurden. Nach der Auswahl starteten die beiden Wissenschaftlerinnen direkt in ihr Training, das aus viel Theorie, sportlichen Herausforderungen und Parabelflügen zum Erproben der Schwerkraft besteht.

Nebenher betreibt Dr. Randall viel Öffentlichkeitsarbeit, um für ihre Mission zu werben und Mädchen zu zeigen, dass Frauen auch ins Weltall fliegen können. Denn eine deutsche Frau im All fehlte ihr in ihrer Jugend als Vorbild. Die Astrophysikerin fasste ihren Auftrag in klaren Worten zusammen: „Mein Ziel ist es, dass Mädchen mich sehen und denken: ‚Wenn die das kann, kann ich das auch!‘“

Angeregte Diskussion mit dem Publikum

Im Anschluss an die Vorträge, beteiligte sich das bunt gemischte Publikum an einer regen Diskussionsrunde mit den eingeladenen Gästen. Die vielen Fragen waren dabei ganz unterschiedlicher Natur. So waren die Menschen neugierig darauf zu erfahren, wie ein Parabelflug genau funktioniert und wie sich die Schwerelosigkeit anfühlt. Frau Dr. Randall erklärte wie der Alltag auf der ISS aussehen kann und das die Raumstation eigentlich ganz geräumig ist.

Prof. Metin Tolan bekräftigte noch einmal, dass er nie den Wunsch hatte Astronaut zu werden, auch wenn ihn das Weltall noch so sehr fasziniert. Auf die Frage, welcher Planet derzeit am spannendsten zu erforschen ist, waren sich Tolan und Randall einig: Der Titan ist deshalb so faszinierend, weil aktuell darüber spekuliert wird, dass sich in seinen Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen wie Methan oder Ethan Leben bilden könnte. Diese Stoffe eignen sich als Lösungsmittel für chemische Reaktionen, wie sie in Lebewesen vorkommen. Der persönliche Favorit von Astronautinnen-Trainee Randall ist allerdings der Triton, einfach deshalb, weil sie eine gleichnamige Katze hatte.


››Sowohl als Auch‹‹ ist eine Veranstaltungsreihe des Gleichstellungsbüros, welche sowohl das Augenmerk auf die Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Dortmund richtet als auch aktuelle Diskurse innerhalb gleichstellungsorientierter Bewegungen aufnimmt. Das Format setzt an aktuellen gesellschaftlichen Debatten an und bringt sie mit wissenschaftlichen Fragestellungen zusammen.

Bildergalerie

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Bilder 1, 2, 3, 5: Martina Hengesbach/TU Dortmund

Bilder 4, 6,7: Jill Timmreck/Gleichstellungsbüro